Warum sich 30 nicht so anfühlt wie wir dachten

Shownotes

In dieser Folge spreche ich darüber, warum sich das Erwachsensein mit Ende 20 und Anfang 30 oft ganz anders anfühlt, als wir es früher erwartet haben. Warum so viele von uns sich „lost“ fühlen, obwohl von außen alles geordnet wirkt. Und wieso das kein persönliches Versagen ist, sondern ein normaler Teil dieser Lebensphase. Ich teile meine eigenen Gedanken, Beobachtungen und Recherchen über Unsicherheit, Lebenswege, Erwartungen und das berühmte „Ankommen“. Wenn du gerade in einer Übergangsphase steckst oder dich fragst, ob du „zu spät dran“ bist: Diese Folge ist für dich.

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00:00:05: Hi, ich bin Johanna und das ist a Cup of Real Talk.

00:00:17: Hello ihr Lieben!

00:00:18: Yay!

00:00:18: Ich freue mich dass wir hier wieder zusammensitzen.

00:00:21: Willkommen zu einer neuen Folge Cup of Realtalk, die begleitet wird von einem ziemlich heftigen Sturm.

00:00:27: Ich hoffe ihr hattest nicht allzu doll im Hintergrund wobei das er vielleicht auch ein bisschen den gemütlichen Wipe hat.

00:00:34: aber ich hoffe bei euch steht noch alles!

00:00:35: Ich musste hier eben nämlich eine Pflanze wieder hoch riefen, die es umgehauen hat.

00:00:41: Es gewittert halt auch ein wenig.

00:00:42: also ja eigentlich perfekte Voraussetzungen um sich gemütlich zu machen.

00:00:48: und Ja, vielleicht beginne ich die Folge einfach indem ich euch mal daran teilhaben lasse was mich aktuell beschäftigt.

00:00:56: Ein Gedanke den ich hatte und ja denen ich etwas größer machen möchte um eine Folge drüber zu machen weil ich glaube dass ich damit nicht alleine bin.

00:01:05: Euch kann ich sehr sagen.

00:01:07: Nee aber mich beschäftigt momentan oder ich merke das ich momentan an Orten vorbeilaufe und mich plötzlich frage wie ist es wohl hier morgens aufzuwachen?

00:01:18: Wie ist es wohl, hier abends nach Hause zu kommen?

00:01:21: Wie fühlt sich das wohl an, hier zu leben.

00:01:23: Könnte das ein potenzielles Zuhause für mich sein?

00:01:26: und das ist so witzig weil in meinen zwanzig Jahren ich bin jetzt neunundzwanzig Ich gehe auf die dreißig zu habe ich mir da nie Gedanken drüber gemacht Ich nicht so richtig das Bedürfnis hatte, ein jetzt ein Zuhause für mich zu finden.

00:01:42: Also ich bin immer dahin gegangen in die Stadt wo mich ja das Leben und der Job so hingezogen hat.

00:01:48: also innerlich muss man sagen saß sich eigentlich immer so ein bisschen auf gepackten Koffern.

00:01:53: kennt ihr das?

00:01:54: Also ich hatte nie wirklich glaube ich den Anspruch so eine Base für mich zu finden, die sich nach Zuhause anfühlt.

00:02:01: Ich hatte eher den Anspruch voranzukommen und an die Orte zu gehen, die mir das gerade in meiner jeweiligen Lebensphase ermöglichen.

00:02:09: Und jetzt inzwischen habe ich so diesen tiefen Wunsch in mir aus vollem Herzen, ja irgendwo einen Ort zu finden den ich so mein Zuhause nennen kann.

00:02:19: Wo ich mich auch so fühle.

00:02:20: also egal wie viel ich unterwegs bin und was das Leben mit einem macht dass man zurückkommt und so eine Art Base hat in der man sich so richtig geborgen fühlt nicht nur die Wohnung sondern generell auch die Umgebung die Stadt oder woher immer man wohnt das Dorf keine Ahnung sein zu Hause nennt und in der man den Wunsch hat oder das Gefühl hat, hier möchte ich sesshaft werden.

00:02:45: Vielleicht hat es auch so ein bisschen damit zu tun dass man allgemein vielleicht das Gefühl haben möchte angekommen zu sein oder ein bisschen mehr angekommen als in den wilden zwanzigern die ja viele von uns verbracht haben.

00:02:58: wahrscheinlich und ich glaube eben da gibt's häufiger so Momente in dieser zeit in der plötzlich fragen auf kommen die früher nicht da waren.

00:03:07: also sowas wie bin ich wirklich glücklich mit dem, was ich mir hier die letzten Jahre aufgebaut habe.

00:03:12: Weil man ja das erste Mal auch so ein Gefühl dafür bekommt wie sich das anfühlt, ob dass man solange hingearbeitet hat.

00:03:18: Man hat sich jetzt so ein bisschen etwas aufgebaut und fängt an in diesem Leben zu leben.

00:03:23: und plötzlich fragt man sich vielleicht ist es wirklich der Job den ich will?

00:03:27: macht mich der Job glücklich?

00:03:28: Ist das die Stadt, in der ich wirklich leben will die nächsten Jahre?

00:03:32: oder sollte ich noch mal was komplett anderes ausprobieren Mein Leben, so wie ich es gerne leben möchte.

00:03:40: Und ich glaube nicht dass das unbedingt eine Krise ist.

00:03:42: Ich glaub das ist einfach ganz normal, dass man an diesem Punkt kann immer wieder kommen.

00:03:46: Ich glaube aber, dass er eben in dieser Phase Ende zwanzig Anfang dreißig bei vielen sehr deutlich ist.

00:03:53: Ja, so geht's mir jetzt jedenfalls.

00:03:55: In meinem letzten Jahr in meinen zwanzigern, ich werde dreißig Ende des Jahres und vielleicht hat man dann diese Gedanken?

00:04:02: Ich merke das nicht nur bei mir sondern auch bei meinen Freunden, dieses Dazwischen.

00:04:06: Wisst ihr was ich meine also... Man ist nicht unbedingt verloren.

00:04:10: Okay an manchen Tagen!

00:04:11: bin ich vielleicht auch das.

00:04:13: Aber man ist auch nicht so wirklich angekommen, vielleicht doch nicht so angekommen wie man sich das mal vorgestellt hat.

00:04:18: im Ursprünglich und ich vergleiche das oder ich habe in meinem Kopf ein bisschen so einen Bild dafür gefunden eigentlich ist es so ein bisschen wie eine lange Autofahrt auf der man sich verfährt und das Navi zeigt einem an Moment!

00:04:32: Ich muss jetzt erstmal die gute Neube rechnen.

00:04:35: So fühlt sich manchmal das Leben Ende zwanzig Anfang dreißig an Oder?

00:04:39: Und ich glaube, für viele fühlt sich das so seltsam an.

00:04:41: Weil mit einundzwanzig darfst du lost sein und mit neunundzwantig hast du manchmal das Gefühl... Du müsstest eigentlich jedem sagen können Das ist der Plan für mein Leben!

00:04:53: Mit Altersvorsorge, Baufinanzierung und unbefristetem Arbeitsvertrag.

00:04:59: Oh Mann, Leute!

00:05:00: Da sage ich noch wir machen es uns hier gemütlicher nicht vergessen die Kerzen anzuzünden.

00:05:04: Keine guten Podcasterqualitäten Video-Podcaster Qualitäten.

00:05:08: So soll ich bestimmt auch gefallen oder?

00:05:10: Jetzt brennen sie auf jeden Fall.

00:05:13: Nee, ich wollte einfach sagen... Ich glaube wir alle wissen innerlich eigentlich dass wir mit Reißig noch nicht fertig sind.

00:05:19: also ne wann ist man das jemals?

00:05:21: Wann will man das je mal sein?

00:05:23: und wir können's auch gar nicht sein.

00:05:25: Und genau darüber will ich heute mit euch sprechen in dieser Folge Und ich finde, darüber lässt sich am besten mit... Ich wollte gerade sagen, Eis-Kaffee sprechen.

00:05:34: Aber ich will ehrlich zu euch sein!

00:05:35: Das ist eigentlich kalter abgestandener Filtercafe.

00:05:39: Und bevor wir rein starten, ich habe kein Lebensratgeberzertifikat.

00:05:45: Schön wär's oder?

00:05:46: Ich stecke mitten in all diesen großen schwierigen Fragen einer Ende zwanzigjährigen, die sich eigentlich wie dreiundzwanzig fühlt aber realisiert hat dass sie dieses Jahr dreißig wird.

00:05:58: Ähm ja deshalb würde ich sagen Ich teile einfach mal mit euch ähm was ich so gelernt habe Was ich beobachte und natürlich Leute Wie soll es anders sein?

00:06:09: Habe ich auch recherchiert für diese Folge Und ich würd' sagen ihr nehmt euch einfach das Mit Für euch was euch hilft und was euch weiterbringt.

00:06:17: und Ja So wie immer eigentlich ne Deal.

00:06:23: Wisst ihr, was ich wirklich krass finde oder mir immer mehr bewusst wird?

00:06:27: und ich habe mich neulich mit jemandem unterhalten der meinte ist es wirklich Wahnsinn!

00:06:31: Mir fällt auch immer mehr auf.

00:06:33: Wenn ich mir meinen Freundeskreis so anschaue gerade ja die Leute mit denen ich schon seit der Schulzeit befreundet bin da denke ich mir wow wir saßen alle mal im selben Klassenzimmer oder im selbe Uni Raum wie auch immer haben dieselben Hausaufgaben gehasst.

00:06:48: Ich glaube die zwanziger Auch sind natürlich, die sehen bei allen sehr ähnlich aus.

00:06:53: Also sie sind ja sehr geprägt davon auf etwas hinzuarbeiten.

00:06:58: nach der Schule macht man sich Gedanken was könnte zu mir passen?

00:07:01: mache ich eine Ausbildung?

00:07:02: mache ich ein Studium?

00:07:03: Man versucht Ja sich zu orientieren zum ersten Mal in einem Leben in dem nichts mehr vorgegeben ist.

00:07:09: Die einen bisens früher die anderen brauchen ein zwei Mehranläufe oder ein falsches Studium so wie ich.

00:07:15: und ja man probiert sich aus man baut sich was auf dated, man scheitert und versucht wieder neu.

00:07:23: Und es ist völlig okay dass noch nichts in Stein gemeißelt ist!

00:07:27: Und jetzt denke ich krass wie unterschiedlich unsere Leben alle sind.

00:07:31: Die eine hat vielleicht gerade ein absolutes Job hoch und sich beruflich ja für jetzt total gefunden.

00:07:38: Jemand anderes fragt sich ob der Job den man sich überlegt hat und auf dem man so lange hingearbeitet hat überhaupt noch der ist.

00:07:45: er ein glücklich macht.

00:07:46: Verlobungen und Hochzeiten auf der einen Seite Trennungen, Dating.

00:07:51: Dating-Müdigkeit vor allem auf der anderen Seite.

00:07:54: Der oder die eine ist irgendwie so ein bisschen mehr sesshaft geworden, kehrt vielleicht sogar wieder in die alte Heimat zurück und kauft da ein Haus.

00:08:02: Jemand anderes... it's not me... überlegt vielleicht ob so Neustart in so einer neuen Stadt?

00:08:08: Vielleicht doch noch mal was wäre oder einfach ne neue Stadt?

00:08:11: Dann gibt es Leute, die versuchen gerade ihren zweiten Burnout irgendwie abzuwenden.

00:08:17: Wiederum andere, die man so kennt Ja, posten vielleicht sehr regelmäßig auf der sehr authentischen Plattform LinkedIn hochprofessionelle Fotos mit Sätzen wie very excited to announce my new chapter.

00:08:33: Und man selber denkt sich not entirely sure ob ich überhaupt noch das richtige Buch in der Hand halte.

00:08:38: Vielleicht sollte ich noch mal ins Inhaltsverzeichnis schauen.

00:08:41: Und witzig ist ja auch dieses eine Wort, was in dieser Phase sehr oft auftaucht bei vielen von uns und es ist so ein Wort das niemand eigentlich jemals so richtig definiert hat oder zumindest im Zusammenhang und zwar weiter.

00:08:58: Die anderen sind irgendwie weiter als ich.

00:09:00: Das ist oft so'n Satz der innerlich mitschwingend je nach Lebensbereich vielleicht auch oder auch ja, vielleicht ein generelles Gefühl und man kann sich ja mal fragen weiter wohin eigentlich?

00:09:11: Weiter wofür?

00:09:13: also Ich finde, das Wort ist ein bisschen... es bildet so einen Maßstab mit dem so eine Deadline einhergeht.

00:09:19: Als würde jemand dastehen und sagen bis nächste Woche Donnerstag musst du dein Leben sortiert haben dann musst du ganz genau wissen was du mit deinem Leben anfangen willst und wie dein weiterer Lebensplan aussieht.

00:09:30: Und vielleicht liegt auch daran dass sich diese Phase so seltsam anfühlt weil wir uns nicht mehr nur mit den fünf Leuten vergleichen die wir wirklich gut kennen sondern mit einem Internet voller Menschen.

00:09:42: ständig sehen wir ja online Beweise dafür, dass andere ihr Leben im Griff haben.

00:09:47: Wir sehen Momente von anderen die bewusst ausgewählt vielleicht sogar inszeniert sind, die auf Hochglanz poliert sind.

00:09:54: und auch wenn Leute über Unsicherheiten online sprechen oder über ihre Markel was auch immer sind es also darf man nicht unterschätzen finde ich persönlich immer das das auch oft markel sind die irgendwo schick sind die salonfähig sind für die man eventuell durchaus schon noch Zuspruch bekommt.

00:10:11: Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber das ist schon häufig der Fall.

00:10:16: und ja vielleicht fühlen wir uns deshalb so unsicher weil wir von uns selbst jede Unsicherheit kennen jeden Markel, jeden blöden Gedanken, jede Krise die wir jemals auf einer Wohnzimmer Kautschatten.

00:10:30: Ich höre inzwischen auch oft Menschen sowas sagen wie, wenn ich mal heirate mir graus vor meinem JA weil das wird nicht so ein perfekter JA wie ich ihn überall sehe weil ich nicht die perfekte Freundesklicker habe weil es bei mir eben einfach nicht so gut gelaufen ist mit Freundschaften bisher.

00:10:48: und so hat glaube ich jeder seine Unsicherheiten und seine wunden Punkte.

00:10:53: Ja, nicht jede Unsicherheit ist ja auch nach außen schick.

00:10:56: Wisst ihr was ich meine?

00:10:57: Also führt das zwangsläufig dazu dass wir über sehr viele Unsicherheiten wie wir so erleben gar nicht gerne sprechen und uns vielleicht damit alleine fühlen.

00:11:09: Und natürlich habe ich euch eine Zahl mitgebracht Nicht um irgendwas zu dramatisieren sondern Damit ihr euch falls ihr euch auch so fühlt einfach weniger alleine fühlt weil und damit mir aufhören diese Unsicherheit, Ende zwanzig Anfang dreißig in dieser Phase nicht so als Krise zu betiteln sondern also was auch völlig normal ist und einfach mit den Lebensumständen zusammenhängt.

00:11:34: Siebzig bis Achtzig Prozent der Menschen in diesem Alter spüren große Unsicherheiten in ihrem Leben oder vielleicht sogar noch mal, jetzt nehme ich das Wort doch in den Mund eine Sinnkrise.

00:11:46: Das ist also eigentlich fast schon eher so ein ja normal Zustand.

00:11:51: Ja deshalb vielleicht an der Stelle mal dieser kleine Realitätscheck am Rande.

00:11:56: Und jetzt kommen wir zu einem Punkt den Ich spannend finde und ich finde dass es eigentlich so ein wesentlicher Punkt der einem auch hilft umzudenken Weil dieses, ich bin auch nicht ganz angekommen Gefühl oder ich müsste ja schon viel weiter sein Gefühl das ist nicht nur so ein persönliches Ding sondern wirklich einen Zeitgeist.

00:12:14: Ja so'n Gedanke der sich in unsere Generation geschlichen hat und einfach unsere neue Lebensrealität ist und zwar erkläre ich euch auch jetzt wieso.

00:12:23: Und zwar bin ich auf dem Begriff emerging adulthood gestoßen, das klingt so ein bisschen wie eine Netflix-Serie aber es ist ein Konzept von dem Entwicklungspsychologen Jeffrey Arnett Und das bedeutet im Grunde, wir sind erwachsen.

00:12:38: Aber noch nicht ganz in dem Leben angekommen, dass wir irgendwann mal führen wollen.

00:12:42: Es ist nicht mehr die Jugend, ich probiere alles aus und nichts fühlt sich endgültig an aber auch noch nicht dieses Bild was wir vielleicht früher hatten von dreißigjährigen, die erwachsen sind und ihr Leben im Griff haben.

00:12:55: Also sind wir mal ehrlich, Dreißigjährige waren für mich als Kind ja so Menschen bei denen einfach nicht mehr viel passiert.

00:13:02: Nein Scherz Die haben ihr Leben herausgefunden, die wissen wie es funktioniert.

00:13:08: Die haben einen fetten Schlüsselbund und ganz viele Ordner in denen ihr Leben fein sorgiert ist.

00:13:15: Nicht so wie's bei mir da hinten aussieht.

00:13:17: Das Spannende ist – genau das sagt diese Theorie eben auch – diese Zwischenphase also zwischen Ende zwanzig Anfang dreißig.

00:13:25: Diese Phase eben dazwischen hat sich nach hinten verschoben nicht weil wir wirklich später dran sind, sondern weil das Leben heute anders gebaut ist.

00:13:34: Früher waren die Wege oft ein bisschen vorgezeichneter.

00:13:39: meines Frühjahr ausgezogen.

00:13:40: man hat ja Früher vielleicht eine Familie gegründet, ist so ein bisschen früher sehr saft geworden.

00:13:46: Weil es einfach weniger Möglichkeiten gab auch teilweise weniger Bildungswege für Frauen insbesondere natürlich auch weniger Selbstbestimmung und auch die Jobwelt hat sich ja komplett verändert.

00:13:59: dazu müsste ich auch mal ne Folge machen.

00:14:01: der Job in dem man früher gegangen ist oder den man sich ausgesucht hatte sagen viele Studien auch inzwischen die sich mit dem Thema beschäftigen Da ist man mit der Vorstellung reingegangen, das ist es jetzt auch.

00:14:14: Natürlich haben auch damals Menschen ihre Jobs noch mal gewechselt oder mussten sich umorientieren aber... Ja, eine sehr lange Zeit war das eben so dass man einfach ein bisschen sesshafter gelebt hat.

00:14:26: Das war sicherlich nicht unbedingt leichter.

00:14:28: heute gibt's zumindest mehr Freiheit und natürlich auch Selbstbestimmung aber es war zumindest eine zeitlang etwas klarer.

00:14:37: Es gab weniger Optionen weniger.

00:14:39: ich schau mal was zu mir passt Und Heute fühlt sich so ein bisschen an wie so ein Riesenhaus mit ganz vielen offenen Türen durch das man geht und man fragt sich welcher ist eigentlich wirklich meiner davon.

00:14:51: Und das bedeutet nicht unbedingt, dass wir orientierungsloser sind sondern dass sich unsere Lebensrealität verändert hat.

00:14:58: Früher gab es mehr Lebensläufe die früher stabil wurden, die früher feste Formen angenommen haben und heute ist eben anders und das ist immer noch ein Stück weit neu für uns weil natürlich Generation vor uns das teilweise noch ganz anders erlebt haben und wir ja auch mit diesem Bild vielleicht ein stückweit aufgewachsen sind je nachdem.

00:15:18: Das klingt wirklich, als hätte ich so einen langen weißen Bart und jetzt könnte ich über Generation sprechen.

00:15:22: Aber nein!

00:15:23: Ich habe das einfach nur recherchiert und ich finde es ehrlich gesagt beruhigend weil's bedeutet Ende zwanzig Anfang dreißig sich unsicher zu fühlen sich irgendwie noch so dazwischenzufühlen nochmal neue Entscheidungen zu treffen oder Entscheidungen die man getroffen hat nochmal zu hinterfragen.

00:15:40: Das ist kein persönliches Versagen, das ist einfach ein normaler Teil unserer Zeit.

00:15:45: Und das zeigt diese Theorie und das zeigen auch Studien die sich damit beschäftigen.

00:15:50: Wenn man all das mal zusammennimmt dann zeigt es ja auch so ein bisschen dass wir eigentlich mit einem etwas veralteten Skript im Kopf rumlaufen.

00:15:59: Es ist so wie ein Drehbuch was uns irgendwann mal in die Hand gedrückt wurde.

00:16:03: In dem steht Schule Ausbildung Job Partner Haus und das bitte alles bis Anfang dreißig.

00:16:10: Und wir haben das so sehr verinnerlich, dass wir teilweise gar nicht merken wie sehr uns das beeinflusst und wie sehr wir uns daran messen.

00:16:17: Und dass wir plötzlich denken ich müsste doch eigentlich... Eigentlich hätte ich doch längst schon!

00:16:22: Und andere sind schon.

00:16:23: warum habe ich noch nicht?

00:16:25: Wenn wir mal bei dem Bild bleiben versuchen wir die ganze Zeit ein altes Skript oder ja ein Skriptaß es so nicht mehr gibt auf ein neues Leben auf eine neue Lebensrealität anzuwenden und natürlich fühlt sich das für viele dann so an als würde da irgendwas nicht passen.

00:16:41: Aber vielleicht ist das der Moment, wo man mal kurz durchatmen kann und sich denken kann – vielleicht ist auch einfach dieses Drehbuch veraltet?

00:16:50: Und oft ist es ja nicht nur ein gesellschaftliches Ding sondern auch ein persönliches.

00:16:54: Also in den Zwanzigern im besten Fall arbeitet man ja die ganze Zeit fast schon auf ein bestimmtes Ziel hin, oft beruflicher Natur.

00:17:03: Man brennt vielleicht für was, man will etwas unbedingt erreichen und hat so eine Idee von sich und wie es mal wird.

00:17:11: Man investiert ganz viel Zeit, Mühe, Geld und vielleicht auch ein Stück so von sich selbst.

00:17:17: Und dann passiert im besten Fall war es worauf man eigentlich sehr stolz sein kann!

00:17:22: Man erreicht dieses Ziel, man kommt dort an wo man unbedingt hin wollte nach all diesen Mühnen... ...und dann kann es einem passieren dass man sich irgendwann umschaut und sich denkt interessant jetzt bin ich hier oder ich bin hier vielleicht sogar schon eine Weile und warum fühlt sich plötzlich alles so anders an als in meiner Vorstellung.

00:17:41: Ich sehe das gerade bei vielen Menschen auch in meinem Leben, die in meinem Alter sind dass man ja wehre, die man sich mit großer Mühe so frei geräumt hat plötzlich infrage stellt.

00:17:50: weil ist ja auch klar damals hatte man ja nur Eine Idee von diesem Ort, an den man hin möchte.

00:17:57: Egal was es jetzt ist das kann man wirklich auf alles beziehen.

00:18:00: und heute kennen wir diesen Ort Wir kennen den Alltag Wir wissen wie sich der Erfolg anfühlt Wir wissen welche Lebensumstände damit einhergehen.

00:18:10: Und manchmal merkt man dann plötzlich dass man sich verändert hat Weil klar Ist man heute nicht mehr die gleiche Version von sich Wie mit zweiundzwanzig.

00:18:18: Man hat Dinge erfahren und man merkt immer mehr Was einem wirklich wichtig ist.

00:18:24: Und manchmal merkt man erst dann, dass man sich verändert hat.

00:18:27: Also man merkt es daran das man was erreicht, was man früher unbedingt wollte und die Freude darüber kleiner ausfällt als man gedacht hätte.

00:18:35: Das fühlt sich immer wie Versagen an aber eigentlich ist es genau das Gegenteil.

00:18:41: dass wir uns weiterentwickelt haben, dass wir vielleicht auch aus Situationen oder Umständen rausgewachsen sind und das wir heute eine andere Version von uns sind als mit Zweiundzwanzig.

00:18:52: Und um nochmal den Bogen zurückzugehen zu dem Navigationssystem, das ich von dem ich am Anfang gesprochen habe Google Maps oder Apple Card was auch immer ihr benutzt, das sagt ja auch nicht Oh Mist, ich hab mich verfahren.

00:19:06: Ich bin jetzt verloren!

00:19:07: Ich weiß nicht mehr weiter.

00:19:08: Ich bleib jetzt hier.

00:19:09: Sondern das sagt... ...ich berechne dir die Route neu und das fühlt sich erstmal total unsicher an und total groß.

00:19:17: aber eigentlich ist es besser als alles andere weil man immer mehr so sein Weg findet und man zwar vielleicht noch nicht alle Lebensumstände für sich geklärt hat aber man immermehr bei sich selbst ankommt.

00:19:29: Und das finde ich auch das Schöne Wenn es auf die Dreißig zugeht, ich habe das Gefühl zumindest hoffe ich dass Ich bin gespannt was ich so sage im Laufe meiner dreißiger.

00:19:40: aber Ich hab ein bisschen das Gefühl dass man vielleicht diese sehr wilden zwanziger hinter sich lässt.

00:19:48: Natürlich, jede Lebensphase kann wild sein und in jeder Lebensphase hat ihre Ups-und Downs.

00:19:53: Aber ich habe schon das Gefühl dass man einfach mehr bei sich ankommt und sich selbst besser kennt.

00:19:58: also meine Definition von Erfolg zum Beispiel ist heute eine ganz andere als noch vor ein paar Jahren Und die Ziele, die ich mir vor ein Paar Jahren gesetzt hab haben sich verändert.

00:20:10: Die haben sich definitiv verändert.

00:20:14: Es ist so wild, wirklich wenn man mich oder meinem Ich von zwei Jahren sagen würde in welche Richtung ich jetzt gehe und was so in meinem Kopf vorgeht.

00:20:23: Und ja dann ich glaube dieses Ich von vor zwei Jahren könnte das gar nicht so richtig glauben.

00:20:29: aber im Endeffekt hat mich haben mich diese Ziele die ich mir so gesetzt habe früher.

00:20:33: die haben mich hierher gebracht wo ich jetzt bin Ja, mir auch irgendwie ja dabei geholfen so meinen Weg immer noch mal ein bisschen anzupassen und zu schauen.

00:20:44: Einfach die Route nochmal vielleicht neu zu berechnen und das ist alles andere als Versagen.

00:20:49: Das ist sogar richtig gut.

00:20:51: Und das passiert eben oft Ende zwanzig Anfang dreißig und es fühlt sich so mies an weil man ja eigentlich denkt Ich müsste jetzt auf dieser Route schön bleiben, die ich mir mal überlegt habe oder das Navi sich anfangs für mich überlegt hat.

00:21:04: Aber was soll ich machen?

00:21:05: Wenn da ein Stau ist und etwas passiert ist dann muss man vielleicht manchmal eine Umleitung fahren.

00:21:11: Vielleicht verändert sich auf dieser Autofahrt eben auch so ein bisschen das Endziel.

00:21:16: Und ich merke auch, dass mir immer wichtiger wird nicht nur was ich erreiche sondern wie sich mein Leben anfühlen soll.

00:21:22: und das finde ich eigentlich eine sehr sehr schöne Entwicklung muss ich sagen.

00:21:26: und es ist für mich so ne Entwicklung die dafür sorgt dass man immer mehr so n bisschen bei sich selber ankommt.

00:21:32: Wow jetzt geht draußen die Welt unter.

00:21:35: Ich glaube unterbewusst haben wir auch ganz auf die Vorstellung, dass ein Leben linear verläuft.

00:21:41: Also alles so schön in der geraden Linie Karrierebeziehungen Entscheidungen.

00:21:47: Aber mal ganz ehrlich, wie viele Leute kennen wir bei denen das wirklich so ist.

00:21:50: Also ich kenne hauptsächlich Leute, bei denen es ganz anders war die vielleicht in ihren zwanzigern dreißigern total glücklich und klar waren über ihr Leben hauptsechtlich zumindest und sich in den vierzigern nochmal komplett neu aufgestellt haben oder es mussten Und dass nicht weil sie gescheitert sind sondern weil sich das leben verändert hat Weil Sie sich verändert haben oder beides.

00:22:13: also es ist ja wirklich alles immer Nicht linear, sondern eher wie so eine Welle.

00:22:17: Und ich glaube das wird auch immer so bleiben.

00:22:19: und vielleicht bedeutet so dieses ganze Erwachsenwerden dass man besser darin wird mit diesen Unsicherheiten umzugehen Mit diesen ups and downs und den Momenten in dem man denkt ach so hatte ich das alles nicht geplant und vielleicht ist das ja so ein bisschen der Punkt Das...nicht das..ja man denkt das eben was linear verlaufen müsste dass es ne perfekte Reihenfolge gibt in der man Dinge abarbeiten muss fast schon sondern dass wir irgendwie lernen uns in diesen Kurven nicht so zu verlieren.

00:22:49: Und selbst wenn wir uns mal verlieren, das ist okay und dass wir dann einfach wieder zurückfinden!

00:22:56: Das war jetzt sehr poetisch oder?

00:22:58: Darauf ein Schluck Kaffee!

00:22:59: Auch was die Partnersuche angeht, weil ich viele sehe auch im Umfeld, die es gerade extrem beschäftigt habe ich damals recherchiert und es gibt keine Beweise dafür... Ja, eine Liebe in den Dreißigern oder wenn man sie in den dreißigeren oder danach findet unbedingt glücklicher ist oder besser hält aber schon dass man einfach besser weiß, wer man ist und sich dadurch bessere Partner aussucht oder Partner die besser zu einem passen.

00:23:27: Aber auch da, wann ist man wirklich zu spät dran?

00:23:30: Also wenn man das mal ganz nüchtern betrachtet Menschen können jetzt super happy miteinander sein in einer Beziehung sein Und ich glaube jetzt hier gerade immer genärmer auf Holz dass es natürlich auch so bleibt.

00:23:42: aber du kannst jetzt Dreißig sein oder wie alt auch immer und dich einfach nach einer Beziehung sehen, dich vielleicht sogar einsam fühlen und deine Liebe finden während jemand anderes vielleicht wieder getrennt ist.

00:23:55: Es klingt so ein bisschen bitter oder?

00:23:57: Aber das macht alles einfach wieder so ein bißchen relativer!

00:24:00: Und falls ich jetzt unromantisch wirke... Ich schwöre, ich bin eine Romantikerin aber das müssen wahrscheinlich andere Personen beurteilen Und ich würde die Folge gerne mit einem Bild oder noch einer Metapher beenden.

00:24:12: Das ist die Folge der Metaphern.

00:24:14: Nein, aber was ich neulich... Ich weiß nicht, war es auf Instagram oder so?

00:24:18: Ich weiß sich mehr!

00:24:19: Ich glaube in irgendeinem Real gesehen habe.

00:24:21: Aber ich fand's richtig schön diesen Gedanken.

00:24:25: Ich hab da gelesen wenn dein Leben ein vierundzwanzigstunden Tag wäre dann wärst du mit dreißig Jahren jetzt ungefähr bei sieben Uhr morgens.

00:24:33: Also nur zu Info, da stehe ich am liebsten noch gar nicht auf.

00:24:37: Nein Spaß!

00:24:37: Aber je mehr ich diesen Gedanken sacken lasse, desto mehr mag ich ihn eigentlich.

00:24:42: Das sind manchmal so diese simplen... ja nicht Kalendersprüche aber so diese simplen Sachen, so Reals die man sieht wo man sich denkt krass.

00:24:50: aber das stimmt.

00:24:51: Ich finde diesen Gedanken irgendwie beruhigend.

00:24:53: Nicht im Sinne von leh'n dich zurück du hast noch ewig Zeit Wie ist es bei euch?

00:24:59: Ich persönlich gehe so jetzt auch nicht durchs Leben, eher im Gegenteil.

00:25:03: Aber ja... Es zeigt so ein bisschen ich glaube du bist noch viel früher in deiner eigenen Geschichte als du dir gerade denkst.

00:25:11: Wir denken manchmal wir sind schon so am Endpunkt oder jetzt müssten wir schon alles herausgefunden haben.

00:25:15: aber wie langweilig wäre dann auch das Leben oder?

00:25:18: Das sage ich mir demnächst mal selbst wenn ich in der nächsten Krisestecke so wenn man sogar nicht mehr weiter weiß und jemand sagt hey aber wie lange weil ich wär's eigentlich und alles super wäre.

00:25:26: und du denkst so Das wäre richtig gut.

00:25:30: So ihr Lieben, wenn ihr meinen poetischen Gedanken samt kaltem Kaffee, Sturm und Gewitter bis hierher gefolgt seid dann würde ich mich total freuen wenn ihr mir ein Abo da lasst und eine positive Bewertung wenn euch die Folge gefallen hat oder im besten Fall auch weitergeholfen hat.

00:25:48: Ja, vielleicht wird die nächste Folge ein bisschen besonders.

00:25:52: Ich will nicht zu viel vergaten oder auch nicht zuviel versprechen.

00:25:54: am Ende klappt es nicht so wie ich mir vorstelle.

00:25:56: aber schau mal.

00:25:57: also ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen so oder so wenn ihr demnächst wieder dabei seid in der nächsten Folge und ja genießt den Sommer!

00:26:06: Die schönste Zeit im Jahr mit einer der schönsten Zeiten im Jahr passt vor allem auf euch auf und dann sehen oder hören wir uns beim nächsten Mal Tschüss.

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